Marguerite Léchot-Grosjean, meine geliebte Hexe
Marguerite war die Frau von Daniel Leschot. Im Dorf aufgewachsen, war sie, nach der Situation ihres Ehenmannes zu urteilen, eine gute Ehefrau und Mutter. 1709 war ein schrecklichen Winter in der Region, welcher die letzte grossen Hungerkatastrophe vor dem ersten Anbau der Kartoffeln in Europa zur Folge hatte. Das Dorf suchte einen Sündenbock für diese Katastrophe und schrieb einen Brief an den Bischof von Basel, in dem sie behaupteten, dass es im Dorf eine Hexe gäbe. Daraus wurde der letzte Hexenprozess des Dorfes. Das Opfer war Marguerite Leschot-Grosjean, 70 Jahre alt und Witwe. Die Aufzeichnungen zu diesem Prozess befindet sich im "Les Archives de l'Ancien Evêché de Bâle " in Pruntrut. Sie umfassen ca. 80 Seiten und beinhaltet sehr viele Informationen. Der erste Teil beinhaltet eine der Liste der Befragungen aller Erwachsen Personen (200) des Dorfes. Auf Grund der Ergebnisse dieser Befragungen, befahlen der Landhofmeiter, der Kanzler und die Berater seiner Hoheit die Verhaftung der Witwe von Daniel Leschot und die anschliessende Überprüfung ausgewählter Zeugenaussagen. Dies ist der zweite Teil des Prozesses. Auf Grund dieser Ergebnisse fällten die Richter das Urteil.
Ich habe die Aufzeichnungen dieses Prozesses gelesen und dort viele Geburtsdaten und genealogische Informationen gefunden. Die Motive der Bevölkerung für die Anklage einer Hexe waren im Allgemeinen Krankheiten der Leute oder Todesfälle des Viehs. Diese Übel waren damals laut der Bevölkerung Konsequenzen, welche durch Hexen verursacht wurden. Ich persönlich sehe darin viel Unwissenheit, Eifersucht und "Schlechtmachereien".

sorcière
Hexe